Sonnenblume (Helianthus annuus)

Botanik

Die Sonnenblume ist eine Vertreterin der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ursprünglich beheimatet ist sie in den ariden Gebieten Nordamerikas und gelangte im 16. Jahrhundert in unsere Breiten, wo sie zunächst als Zierpflanze und ab dem 19. Jahrhundert auch als Kulturpflanze angebaut wurde. Obwohl sie einjährig wächst, gehört sie mit einem Wachstum von bis zu 4 Metern zu den größten Pflanzen in unseren Gärten und auf den Feldern. Sie hat einen markhaltigen Sängel, der sich mitunter - je nach  Sorte - verzweigt. Die Pflanze weist große herzförmige Blätter auf und ist sowohl am Stängel als auch an den Blättern behaart. Die Blüten, die bis zu 45 cm Durchmesser erreichen, weisen innen braune, fertile Röhrenblüten und außen gelbe sterile Zungenblüten auf. Die Sonnenblume blüht von Juli bis September. Die Röhrenblüten produzieren nach der Bestäubung die Früchte mit den beliebten Sonnenblumenkernen. Zur Gewinnung der Samen und des wertvollen Öls, den diese enthalten, wird die Sonnenblume in Europa und anderen Teilen der Welt kommerziell angebaut. Die Blüte richtet sich tagsüber nach dem Lauf der Sonne aus.

Heilwirkung

Eine aus den Zungenblüten und den oberen Stängelteilen mit Alkohol bereitete Tinktur hift gegen fiebrige Erkältungen und Lungenleiden. Sonnenblumenöl soll zur Wundheilung wirksam sein.

In der Küche

Das Öl der Samen ist reich an ungesättigten Fettsäuren und deshalb ein wertvolles Nahrungsmittel. Die Samen werden vielfach als Knabberzeug, in Müslis oder als Brotzutat eingesetzt.

Insekten

Sonnenblumen werden von Insekten vor allem von der Honigbiene bestäubt.

Vögel

Für Vögel sind die Samen der Sonnenblume interessant. Deshalb sind die Sonnenblumenkerne Hauptbestandteil des käuflich zu erwerbenden Vogelfutters.

Im Kräutegarten

Es ist doch jedes Jahr ein Wunder, dass aus einem im April ausgesätem Sonnenblumenkern im Juli eine erstaunlich große Pflanze herangewachsen ist. Die im Frühjahr noch kleinen Setzlinge müssen wir gegen Schneckenfraß schützen, sonst haben sie keine Chance. Sie bekommen im Kräutergarten natürlich einen Platz an der Sonne. Im Herbst sind die Fruchtstände unserer Sonnenblumen leer gefressen, die Vögel leisten hier ganze Arbeit.

 

Verwendete Literatur

Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen, Gräfe und Unzer, 1985

Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde, neu bearbeitet von Reinhard Lieberei und Christoph Reisdorff, Georg Thieme Verlag, 2007

Internet, aufgerufen am 0.08.2020:

https://heilkraeuter.de/lexikon/sonnenblume.htm

https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/pflanzensteckbriefe/sonnenblume

http://www.kraeuterweisheiten.de/sonnenblume.html